
Von Zeit zu Zeit stöbere ich immer mal wieder durch mein Fotoarchiv, und da ich jetzt schon seit mehr als vier Jahrzehnten mit einer Kamera durch die Gegend laufe, fällt dieses sehr umfangreich aus. Darüber hinaus bietet es aber auch jede Menge Abwechslung. Ob es sich dabei nun um Fotografien aus der Natur, Portraits, Bilder von Automobil-Veranstaltungen oder Aufnahmen von Lost Places handelt. Scheinbar gibt es nur wenige fotografische Themen, die ich im Laufe der Zeit nicht ausprobiert hätte.
Wirklich spannend finde ich aber, was passiert, wenn man ein Foto nach ein oder zwei Jahrzehnten erneut bearbeitet. Klar, Photoshop hatten wir damals auch schon und Lightroom gibt es ebenfalls schon seit 2007. Dennoch hat sich in der Bildbearbeitung seitdem jede Menge getan. Heute kann ich Bilder per KI upscalen, mit Spezialprogrammen Fotos auch bei hohen ISO-Werten extrem gut entrauschen und das Erstellen von Masken ist heute auch ein Klacks. Von daher bin ich immer wieder aufs Neue erstaunt, was uns heutzutage so an Möglichkeiten zur Verfügung steht.
Genau aus diesem Grund, picke ich mir immer mal wieder, das eine oder andere Motiv aus dem Archiv und bearbeite es neu. Nicht, weil mir die alte Bearbeitung nicht mehr gefällt. Nein, dazu stehe ich, auch wenn so manches heute aus der Zeit gefallen scheint (Color-Key, Mexican LUT …). Mir geht es nur um die reine Freude beim Bearbeiten und die Neugierde, ob am Ende etwas komplett Neues entsteht oder ob ich auch nach so langer Zeit, einfach erneut die fast gleichen Bearbeitungsschritte gehe.
Diesmal ist meine Wahl auf eine kleine Fotostrecke aus dem Jahr 2015 gefallen. Diese zeigt einen Porsche 911 RSR 2.8 von Martini Racing, in einer wohnzimmerähnlichen Kulisse. Das gezeigte Fahrzeug entspricht höchstwahrscheinlich einem der Martini-Racing-Team-Porsche, die 1973 bei der Targa Florio eingesetzt wurden. Die Startnummer 107 ist zumindest für dieses Rennen und dieses Team gut dokumentiert.
Lustigerweise hatte ich diesem Motiv vor knapp drei Jahren schon einmal eine neue Bearbeitung angedeihen lassen, diese jedoch später wieder verworfen. Warum, kann ich heute gar nicht mehr genau sagen. Doch wie weiß schon der Volksmund so schön zu sagen: “Aller guten Dinge sind drei”.
Von daher freue ich mich sehr, Euch heute die Mini-Fotostrecke “Porsche in my living room” zu zeigen.
Bis demnächst
Euer Maic



P.S: Die aktuelle Bearbeitung ist diesmal gar nicht so weit entfernt vom 2015er Original. Dennoch habe ich hier und dort die Vorzüge der modernen Software zu schätzen gewusst. Das Rauschen habe ich diesmal besser in den Griff bekommen, die Schärfung des fertigen Motivs ist zurückhaltender und die Farben (Stichwort: Weißabgleich) sind nun auch wesentlich näher am Original. Mal schauen, eventuell gibt es ja im Jahr 2036 — also exakt ein Jahrzehnt später — ein kleines Update für diesen Artikel ;-)
