„Trafohäuschen“

Über ein ganzes Jahr­hun­dert hinweg stand dieses Tra­fo­häus­chen an seinem ehe­ma­li­gen Stand­ort in Hückes­wa­gen-Herweg. Errich­tet wurde es damals im Ber­gi­schen Land­stil, um in seinem Umfeld etwas weni­ger auf­zu­fal­len. Denn als diese Tra­fo­sta­ti­on 1913 gebaut werden sollte, regte sich bei den Men­schen in der Umge­bung sofort der Unmut. Diese waren näm­lich mehr als besorgt, ob durch dieses Bau­werk nicht das ein­zig­ar­ti­ge Land­schafts­bild ihrer Heimat zer­stört werden könnte.

Manch einer mag sich jetzt sofort an die aktu­el­le Situa­ti­on erin­nert fühlen, wenn sich der Wider­stand gegen die Errich­tung eines neuen Wind­kraft­werks regt. Es mögen andere Zeiten gewe­sen sein, schein­bar hatten die Men­schen damals aber ganz ähn­li­che Pro­ble­me und Sorgen wie wir heute.

Wirk­lich gebracht hat der Wider­stand im End­ef­fekt nichts, denn der Fort­schritt in Form der Elek­tri­fi­zie­rung war nicht auf­zu­hal­ten, und die Land­schaft wurde in den fol­gen­den Jahr­zehn­ten immer mehr von ober­ir­di­schen Strom­lei­tun­gen durchzogen.

Außer Betrieb genom­men wurde dieses Tra­fo­häus­chen im Jahr 2010, und da damals lange unklar gewe­sen ist, wie die wei­te­re Nut­zung aus­se­hen könnte, stand unter ande­rem ein Abriss zur Debat­te. Glück­li­cher­wei­se kam es nicht dazu, denn dieses Bau­werk sollte schon kurze Zeit später eine neue Heimat im LVR-Frei­licht­mu­se­um in Lind­lar finden.

Zu diesem Zweck wurde die Tra­fo­sta­ti­on kur­zer­hand in drei Teile zer­legt. Hier­bei hat es das schwers­te Teil auf das statt­li­che Gewicht von 16 Tonnen gebracht, die beiden ande­ren Teile waren mit jeweils 14 und vier Tonnen aber auch keine Leicht­ge­wich­te. Mit ver­ein­ten Kräf­ten — und ganz viel Spe­zia­l­e­quip­ment — sollte der Umzug aber den­noch per­fekt gelingen.

Einmal im Frei­licht­mu­se­um ange­kom­men, wurden diese drei Teile auf einem neu errich­te­ten Sockel wieder zusam­men­ge­fügt. Nach letz­ten Fein­ar­bei­ten an der Fas­sa­de, dem Innen­raum und dem Dach, war das Tra­fo­häus­chen nun end­lich an seinem neuen Stand­ort ange­kom­men. Dort steht es seit­dem den Besu­chern des Frei­licht­mu­se­ums zur Verfügung.

Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass dieses Bau­werk noch lange Zeit erhal­ten bleibt, sodass sich auch die nach uns kom­men­den Gene­ra­tio­nen noch daran erfreu­en können.

Bis dem­nächst
Euer Maic

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