Ford FK 1250 Taunus Transit

Ford Taunus Transit - OSI im Blick

Der Ford FK 1250 – der später auch Ford Taunus Tran­sit genannt wurde – war ein Klein­trans­por­ter, den die Ford-Werke in Köln/Deutschland und Azambuja/Portugal zwi­schen 1953 und 1966 für den euro­päi­schen Markt gefer­tigt haben.

Im Gegen­satz zum Bully von VW, ist dieser Trans­por­ter aber ein extrem sel­te­ner Gast auf Deutsch­lands Stra­ßen. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich solch ein Fahr­zeug auf der Techno Clas­si­ca 2015 ent­deckt habe.

Glück­li­cher­wei­se stand dieser wirk­lich lie­be­voll restau­rier­te Ford auch noch an einem Mes­se­stand, der von Bekann­ten von mir jedes Jahr aufs Neue gehegt und gepflegt wird. Somit stand einer genaue­ren Besich­ti­gung nichts im Wege und das eine oder andere Foto ist dabei natür­lich auch ent­stan­den. Doch dazu später mehr …

Eigent­lich hätte der Ford FK 1250 sich ver­kau­fen müssen wie das sprich­wört­li­che „geschnit­ten’ Brot“. War er seinen Kon­kur­ren­ten – dem VW Bully und dem Tempo Mata­dor – doch in jeder Hin­sicht tech­nisch über­le­gen und die Optik kann man eben­falls als gefäl­lig bezeich­nen. Eine gewis­se Ähn­lich­keit zum VW Bully ist übri­gens nicht ganz zufäl­lig, denn der VW-Kon­struk­teur Alfred Haes­ner hatte kurz zuvor zu den Ford-Werken gewechselt.

Dar­über hinaus hatte Ford dem FK ja wäh­rend der Ent­wick­lungs­pha­se so einige Dinge ins Pflich­ten­heft geschrie­ben und erfüllt hat er diese Punkte alle: ein gerin­ges Eigen­ge­wicht von maxi­mal einer Tonne; Front­len­ker mit Hin­ter­achs­an­trieb; Motor vorne und aus dem vor­han­de­nen PKW-Port­fo­lio von Ford Europa; diver­se Auf­bau­ten (Prit­sche, Koffer, …) und eine Nutz­last von wenigs­tens 1000 Kilogramm.

Die Vor­tei­le im täg­li­chen Ein­satz hätten eigent­lich auch über­wie­gen müssen:

- So war der FK stets stär­ker moto­ri­siert als seine Kon­kur­ren­ten. Er wurde gar „Renn­trans­por­ter“ genannt. Das hier gezeig­te Fahr­zeug hat zum Bei­spiel 55 PS, die vom einem Trieb­werk mit 1498 ccm erzeugt werden. Nur mal zum Ver­gleich: Der Bully von VW schaff­te mit seinem Käfer-Motor gerade einmal schlap­pe 25 PS, der Schnell­las­ter von DKW bil­de­te das Schluss­licht mit 22 PS und der Tempo Mata­dor kam zumin­dest schon auf 26 PS. Im direk­ten Ver­gleich alles nur “Flie­gen­her­zen”.

- Die Lade­flä­che war durch­ge­hend und wesent­lich tiefer als beim VW Bus, der ja im Heck Motor, Getrie­be und Antrieb unter­brin­gen musste. Die Sei­ten­tü­re war so groß dimen­sio­niert, dass man dort ohne Pro­ble­me eine Euro­palet­te ein­la­den konnte.

- Durch die schon jah­re­lang im PKW-Bau ein­ge­setz­ten Moto­ren, konnte Ford hier auf aus­ge­reif­te, lauf­ru­hi­ge und stand­fes­te Moto­ren mit gerin­gem Ver­brauch zurück­grei­fen. Ein Ver­brauch unter 10 Litern auf 100 Kilo­me­tern war durch­aus rea­lis­tisch und für jeden Unter­neh­mer ein klarer Pluspunkt.

- Preis­lich war dieser Ford auch konkurrenzfähig.

Und trotz­dem hat sich der sym­pa­thisch drein­bli­cken­de Trans­por­ter nie wirk­lich auf dem deut­schen Markt eta­blie­ren können. Warum? Ich weiß es nicht. Teil­wei­se fühle ich mich hier an die Format-Kriege aus ande­ren Berei­chen erin­nert. VHS hat sich auch durch­ge­setzt, obwohl Beta­max von Sony ein­deu­tig das bes­se­re Format gewe­sen ist. Ähn­li­ches pas­siert ja immer mal wieder in der Tech­nik; dass offen­sicht­lich schlech­te­re Pro­dukt setzt sich trotz aller Mängel durch. Da freut es einen gleich noch mehr, solch ein tolles Exem­plar eines Ford FK 1250 in guten Händen zu wissen.

Und für die­je­ni­gen, die sich wun­dern dass so ein großer Reifen im Lade­ab­teil liegt, habe ich natür­lich auch die pas­sen­de Erklä­rung parat. Dieses Fahr­zeug war früher mal ein Feu­er­wehr­au­to und somit stets schwer mit Aus­rüs­tung bela­den. Dem­zu­fol­ge besitzt dieses Fahr­zeug an der Hin­ter­ach­se extrem starke Federn, damit der Wagen nicht unter der Last der Aus­rüs­tung sofort in die Knie ging.

Mitt­ler­wei­le ist das Fahr­zeug aber kom­plett leer­ge­räumt und hat somit einen ziem­lich leich­ten Aufbau. Was wie­der­um zur Folge hat, dass der alte Trans­por­ter hinten extrem hoch liegt und beim Über­fah­ren jedes noch so klei­nen Schlag­lochs anfängt zu hüpfen wie ein Laub­frosch. Genau aus diesem Grund liegt die schwe­re Tre­cker-Pelle hinten im Lade­raum. Erhöht die Sicher­heit beim Fahren und sieht oben­drein auch noch sau­cool aus ;-)

Den­je­ni­gen unter Euch, die sich noch aus­führ­li­cher über diesen Fahr­zeug­typ infor­mie­ren wollen, emp­feh­le ich einen Besuch der Wiki­pe­dia. Dort gibt es einen extrem lesens­wer­ten Arti­kel, der im Gegen­satz zu meinem eige­nen, ein Viel­fa­ches an Infor­ma­tio­nen bereit hält.

Nun wün­sche ich viel Freude mit den Fotos und sage „Tschüss“ und „Bis dem­nächst“. Euer Maic ;-)

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