“Doppelt genäht hält besser“

Von Zeit zu Zeit plagen einen als Foto­gra­fen ja regel­rech­te Erste-Welt-Pro­ble­me. Dann fängt man an, sich Gedan­ken über Dinge zu machen, die eigent­lich gar kein wirk­li­ches Pro­blem dar­stel­len. Den­noch begibt man sich dann auf die Suche nach einer Lösung und ist erst dann so rich­tig zufrie­den, wenn man diese auch gefun­den hat.

Hier ging es im kon­kre­ten Fall um die Spei­cher­kar­ten für unsere Digi­tal­ka­me­ras. Eigent­lich sollen diese ja immer abwech­selnd ver­wen­det und nach einer Zeit auch durch­aus aus­sor­tiert werden. Ich ertap­pe mich aber immer wieder dabei, dass ich einige Karten stän­dig im Ein­satz habe und andere fast nie ver­wen­de. Erschwe­rend kommt noch hinzu, dass ich in allen Kame­ras immer gleich zwei Karten im Ein­satz habe und dabei ver­su­che, diese Pär­chen auch nie zu tren­nen. Gelingt im Eifer des Gefechts natür­lich nicht immer und auf dem Schreib­tisch bringt man diese auch recht fix durcheinander.

Nun stell­te sich mir die Frage, wie man hier viel­leicht für eine gewis­se Opti­mie­rung sorgen könnte. Immer­hin ist meine Sorge eines Defekts ja auch nicht ganz unbe­grün­det, da mir in den letz­ten zwei Jahr­zehn­ten auch immer mal wieder Spei­cher­kar­ten im Ein­satz gestor­ben sind. Dabei war es voll­kom­men egal, um wel­ches Format (CF, SD …) oder wel­chen Her­stel­ler es sich handelte.

Lösungs­an­sät­ze waren schnell gefun­den, doch keine fand ich wirk­lich ziel­füh­rend. Sepa­ra­te Karten-Etuis, Durch­num­me­rie­ren, ein­fach mit Kugel­schrei­ber beschrif­ten etc. Letzt­end­lich habe ich mich dann dafür ent­schie­den, die Karten mit spe­zi­el­len Auf­kle­bern zu ver­se­hen und im Hin­ter­grund zusätz­lich ein wenig Buch zu führen.

Jetzt galt es also als Erstes, die rich­ti­gen Auf­kle­ber zu finden oder diese sogar selber aus­zu­dru­cken. Eine erste Suche bei Amazon & Co. brach­te recht schnell Ernüch­te­rung, da es hier­für wohl keinen Markt gibt. Letzt­end­lich fündig gewor­den bin ich dann bei der Firma ITENGA.DE aus Illin­gen im Saar­land. Dort gibt es für den Schmun­zel­preis von 1,99 € ein Set, bestehend aus 24 Auf­kle­bern. Die genaue Bezeich­nung lautet: itenga 24 x Eti­kett Auf­kle­ber für SD Spei­cher­kar­te 20x25“.

Diese Auf­kle­ber werden nach der Bestel­lung recht zügig und gut ver­packt gelie­fert. Wei­te­re Vor­tei­le: Die Auf­kle­ber sind wieder ablös­bar, die Auf­kle­ber lösen sich nicht von selbst wieder ab, kleben auch sehr gut auf leicht rauen Ober­flä­chen, sind sehr pass­ge­nau, sind kos­ten­güns­tig und lassen sich dar­über hinaus mit einem Kugel­schrei­ber, einem Filz­stift oder einem Blei­stift beschriften.

Der erste Teil der Pro­blem­stel­lung war hier­mit also gelöst. Weiter ging es mit dem nächs­ten Schritt: Wie beschrif­te ich diese Auf­kle­ber am sinnvollsten?

Hier bin ich schnell zu der Über­zeu­gung gekom­men, dass die Kar­ten­paa­re die glei­che Nummer tragen soll­ten. Eine Num­me­rie­rung der Reihe nach wäre auch mög­lich gewe­sen, erschien mir dann aber wieder zu wenig ein­gän­gig. Außer­dem würde ich bei einem zukünf­ti­gen Defekt einer Karte eh stets das ganze Pär­chen aus­sor­tie­ren. Alles andere wäre auch Unfug, da ja beide Karten zu diesem Zeit­punkt eh gleich alt, bezie­hungs­wei­se ähn­lich abge­nutzt sind. Zusätz­lich habe ich mit diesen Num­mern noch etwas ande­res vor, doch dazu später mehr.

Letzt­end­lich werden also immer zwei Karten mit den glei­chen Daten beschrif­tet. In diesem Bei­spiel lautet die Nummer „1“, die Spei­cher­grö­ße in GB „128“ und auf das große Feld kommen der Name des Her­stel­lers und das Jahr und der Monat, in dem das Kar­ten­pär­chen gekauft wurde.

Wie weiter oben schon erwähnt, lassen sich diese Auf­kle­ber sehr leicht beschrif­ten und mit einer ruhi­gen Hand und unter Zuhil­fe­nah­me einer Pin­zet­te, bekommt man diese auch halb­wegs gerade auf­ge­klebt. Sollte es den­noch mal nicht auf Anhieb klap­pen, lassen sich die Auf­kle­ber auch gut noch ein, zwei Mal ablö­sen und erneut auf­brin­gen. Ich habe bei meinen Expe­ri­men­ten nur einen ein­zi­gen Auf­kle­ber geschrot­tet. Die halten also durch­aus etwas aus.

Die ver­ge­be­nen Num­mern kommen ab sofort aber auch noch an ande­rer Stelle zum Ein­satz. Näm­lich bei der Ver­ga­be der Ord­ner­na­men im Foto-Archiv. Dieser sieht dann zum Bei­spiel so aus:

2026.08.08 Schloss Lem­beck (Canon EOS R7 — P001)

Die Ergän­zung „P001“ steht für das Kar­ten­paar mit der Nummer 1. So kann man später ein­fach nach allen Ord­nern mit diesem Zusatz suchen und die Menge der ent­hal­te­nen RAW-Datei­en zusam­men­zäh­len. So weiß man zum Bei­spiel nach einem Defekt, wie viele Fotos in der Ver­gan­gen­heit tat­säch­lich auf dieser Karte gespei­chert wurden. Ich bin mir an dieser Stelle durch­aus bewusst, dass hier eine gewis­se Unschär­fe durch gelösch­te Auf­nah­men ins Spiel kommt. Den­noch dürfte die Genau­ig­keit später abso­lut aus­rei­chen, um ein Fazit in Bezug auf Halt­bar­keit und Ein­satz­dau­er zu ziehen. Dies ist übri­gens auch der Grund, warum eine einmal ver­ge­be­ne Nummer, nie erneut ver­ge­ben wird.

Um in der Foto­ta­sche auch noch für ein wenig Ord­nung zu sorgen, habe ich mir zusätz­lich kleine SD-Kar­ten­bo­xen besorgt und für diese in Pho­to­shop kleine Papier­ein­le­ger designt. Diese Vor­la­gen habe ich mir dann aus­ge­druckt, aus­ge­schnit­ten und in einer ehe­ma­li­gen Kar­ten­box für CF-Karten immer dabei. Diese kann man eben­falls beschrif­ten und mit den gewünsch­ten Infor­ma­tio­nen versehen.

Okay. Dies scheint jetzt sehr viel Auf­wand für nichts zu sein, aber ein Hobby muss nicht immer einen Sinn erge­ben und manche Dinge macht man halt nur, weil man gerade extrem Bock darauf hat. Solan­ge es einem Freude berei­tet, sich damit aus­ein­an­der­zu­set­zen und an einer Lösung zu tüf­teln, ist doch alles in Ord­nung. Ist diese Lösung jetzt per­fekt? Bestimmt nicht! Bin ich damit zufrie­den? Sehr sogar!

Soll­tet Ihr noch wei­te­re Ideen, Anre­gun­gen und Kritik haben, dann lasst es mich doch ein­fach im Kom­men­tar­be­reich wissen.

Passt auf Euch auf und bleibt gesund.
Euer Maic

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