„Klappe, die Erste! Rolle läuft!“

Am letz­ten Sonn­tag war mal wieder so ein Wetter, wo man auf­pas­sen musste, dass man keinen Flug­rost ansetzt. Dies auch im wahrs­ten Sinne des Wortes, denn es hat mal wieder gereg­net. Hatten wir ja auch lange nicht und die Natur freut sich. Ja, echt schön für die Natur. Nur hatte ich gerade voll Bock auf Fotos machen und das Schlauch­boot sollte auch im Keller blei­ben. Ein­zi­ge Alter­na­ti­ve: Kultur.

Zum Glück ist das Ange­bot in NRW ja rie­sen­groß und ich kann mich dann immer kaum ent­schei­den, wo ich denn jetzt gerne hin­möch­te. Letzt­end­lich ist die Wahl dann auf das Film­mu­se­um in Düs­sel­dorf gefal­len. Zusätz­li­cher Bonus: Der Ein­tritt ist am Sonn­tag stets frei.

Also kur­zer­hand die Holde geschnappt, ab ins KFZ und rein in die Düs­sel­dor­fer Innen­stadt. Schön! Kaum Bau­stel­len, total freund­li­che Auto­fah­rer, abso­lut logi­sche Ver­kehrs­füh­rung. Traum­haft, wie immer …

Vor Ort war uns For­tu­na dann aber doch hold. Und nein — auch wenn wir in Düs­sel­dorf waren — ist damit nicht der gleich­na­mi­ge Fuß­ball­club gemeint. In diesem Fall war es eher die Göttin der Park­platz­su­chen­den, haben wir doch direkt vorm Museum einen Park­platz gefun­den. Ihr ahnt es schon: Sonn­tags kostet das Parken dort nichts ;-)

Erst einmal im Museum ange­kom­men, stieg meine Laune mit jedem Schau­kas­ten und jedem wei­te­ren Expo­nat. Wow! Was für eine schöne und toll kura­tier­te Aus­stel­lung. Wenn man sich jetzt über­legt, dass es dieses Museum schon seit 1993 gibt, kann man hier ganz klar von einer Unter­las­sungs­sün­de spre­chen, weil man nicht schon viel eher einmal hier­hin gefah­ren ist.

Doch zurück zur Aus­stel­lung. Auf vier Etagen und rund 2.200 Qua­drat­me­tern kann man als Besu­cher in die Geschich­te des beweg­ten Bildes ein­tau­chen — von der Vor­ge­schich­te der Kine­ma­to­gra­phie bis zu heu­ti­gen digi­ta­len Spe­zi­al­ef­fek­ten. Gutes Schuh­werk macht sich auf­grund der Fläche also durch­aus bezahlt. Und Zeit braucht Ihr. Dies ist keines dieser Museen, die man mal eben kurz in der Mit­tags­pau­se weg­snackt. Es gibt so viel zu sehen, zu lesen und zu hören. Von Schim­mis alten Dienst­aus­weis, über Gar­de­ro­be und Film­pla­ka­te bis hin zu ganz lie­be­voll auf­be­rei­te­ten Details. Ein­fach nur interessant.

Die Dau­er­aus­stel­lung führt Euch dann chro­no­lo­gisch und the­ma­tisch durch die Welt des Films: opti­sche Spiel­zeu­ge und Schat­ten­thea­ter als Vor­läu­fer des Kinos, frühe Pro­jek­ti­ons­ap­pa­ra­te, ein nach­ge­bau­tes Hol­ly­wood-Studio und ein eige­ner Bereich für Trick­tech­nik. Dazu regel­mä­ßig wech­seln­de Son­der­aus­stel­lun­gen, die ein­zel­ne Themen oder Per­sön­lich­kei­ten der Film­ge­schich­te in den Mit­tel­punkt rücken.

Zur­zeit wird dem pol­ni­schen Regis­seur Andrzej Wajda eine Son­der­aus­stel­lung mit dem Titel „Exhi­bi­ti­on“ gewid­met. Eben­falls sehr sehens­wert, wenn man sich für sein fil­mi­sches Werk inter­es­siert. Ich per­sön­lich mag ja seinen Film „Kor­c­zak“ sehr. Klare Emp­feh­lung an dieser Stelle, falls Ihr mal nicht wisst, wel­chen Film Ihr schau­en könntet.

Mich per­sön­lich hat aber die Samm­lung alter Pro­jek­to­ren, Kame­ras und Film­tech­nik im All­ge­mei­nen am meis­ten begeis­tert. Ich bin bestimmt eine Stunde vor den Vitri­nen hin- und her­ge­lau­fen, aus Sorge, dass ich etwas noch nicht gese­hen haben könnte. Details ohne Ende und die eigene Kamera dabei stets im Anschlag. So ist es denn auch nicht ver­wun­der­lich, dass die aktu­el­le Foto­stre­cke etwas umfang­rei­cher als gewöhn­lich aus­ge­fal­len ist.

Zum Schluss kann ich Euch nur die Emp­feh­lung mit auf den Weg geben, Euch diese Aus­stel­lung auch einmal anzu­schau­en. Fahrt hin, bringt viel Zeit mit und lasst diese schöne Samm­lung auf Euch wirken. Aktu­el­le Öff­nungs­zei­ten, Ticket­prei­se und Infor­ma­tio­nen zu den Themen Bar­rie­re­frei­heit & Co. findet Ihr auf der Home­page des Muse­ums: Film­mu­se­um Düs­sel­dorf.

Bis dahin.
Euer Maic

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