“Wenn der erste Eindruck täuscht …”

Manche Dörfer hier im Müns­ter­land sind so klein, dass man als unauf­merk­sa­mer Tou­rist Ruck-Zuck daran vor­bei­ge­fah­ren ist, ohne wirk­lich Notiz davon genom­men zu haben. Schade eigent­lich, denn gerade diese klei­nen Bau­ern­schaf­ten und Kirch­dör­fer bergen so man­chen Schatz, der nur darauf wartet visu­ell gebor­gen zu werden.

Ein sehr schö­nes Bei­spiel hier­für ist das Kirch­dorf Zwill­b­rock, wel­ches im Müns­ter­land — direkt an der nie­der­län­di­schen Grenze gele­gen — auf seine Ent­de­ckung wartet. Die durch das Dorf füh­ren­de Haupt­stra­ße bringt einen schnur­stracks von Vreden im Kreis Borken ins nie­der­län­di­sche Gro­en­lo, wel­ches wie­der­um zur Pro­vinz Gel­der­land gehört. Dabei nur einmal nicht nach links geschaut und – Zack – ist man schon an der ersten Attrak­ti­on vor­bei­ge­fah­ren. Der Barock­kir­che St. Franziskus.

Der Grund­stein für dieses außer­ge­wöhn­li­che Bau­werk wurde schon im Jahr 1717 gelegt und die Weihe im Jahre 1748 erteilt. Im Zwei­ten Welt­krieg durch gött­li­che Fügung oder Schick­sal vom Bom­ben­ha­gel der Alli­ier­ten ver­schont geblie­ben, prä­sen­tiert sich die 2015 restau­rier­te Barock­aus­stat­tung dem Besu­cher heute in voller Pracht. Übri­gens ein­zig­ar­tig im gesam­ten Müns­ter­land, da alle ande­ren Kir­chen den letz­ten Welt­krieg nicht unbe­scha­det über­stan­den haben.

Mit dem Zwill­bro­cker Venn ver­birgt sich keine zwei Kilo­me­ter hinter der Kirche eine wei­te­re Attrak­ti­on. Ein Natur­schutz­ge­biet, wel­ches mit aus­ge­dehn­ten Wald­flä­chen, Feucht­wie­sen und Gewäs­sern auf mehr als 170 Hektar Fläche zu Ver­wei­len ein­lädt. Ent­stan­den in der Zeit nach dem Torf­ab­bau, beher­bergt diese grüne Oase heute eine Viel­zahl an Pflan­zen, Was­ser­vö­geln, Insek­ten und vielem mehr aus Flora & Faune.

Unter ande­rem befin­det sich hier der nörd­lichs­te Brut­platz einer Fla­min­go-Kolo­nie welt­weit. Auch wenn besag­te Kolo­nie nur knapp 40 Tiere groß ist, lockt diese den­noch jedes Jahr tau­sen­de Orni­tho­lo­gen und Foto­gra­fen aus der ganzen Welt an. Ich hätte Euch auch sehr gerne ein paar Fotos von diesen außer­ge­wöhn­lich attrak­ti­ven Vögeln gezeigt, jedoch war ich zur kom­plett fal­schen Zeit vor Ort und die dafür not­wen­di­gen Tele­ob­jek­ti­ve habe ich eben­falls nicht in meinem Foto-Ruck­sack dabei gehabt. Alles aber gar kein Pro­blem, denn der Früh­ling steht ja gerade erst vor der Türe ;-) 

Trotz­dem habe ich ein paar Ein­drü­cke für Euch zusam­men­ge­stellt, schön sor­tiert nach den beiden Themengebieten.

Meine Emp­feh­lung an dieser Stelle lautet ganz klar: „Hin­fah­ren! Stau­nen! Die Seele bau­meln lassen!“

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