
Über die letzten Jahre verteilt, habe ich in diesem Blog auch immer mal wieder sehr persönliche Texte verfasst. Teilweise habe ich darin über meine seelische Verfassung geschrieben oder habe Euch auf die eine oder andere Weise an meinem Leben teilhaben lassen. Viele mögen mit dieser Art von Beiträgen nichts anfangen können, Menschen in der gleichen Situation werden sich aber vielleicht ein Stück weit wiedererkennen und sagen: “Hey, nichts ist besser, als das gute Gefühl zu wissen, dass man nicht alleine ist”.
Keine Sorge, mir geht es gut und ich habe diese Untiefen des Lebens gut im Griff, habe ich doch im Laufe der Jahrzehnte gelernt, einigermaßen damit umzugehen. Und ganz ehrlich? Gerade an diesen Tagen gehe ich wirklich gerne fotografieren. Am besten in die umliegenden Wälder, mit nur wenig Equipment ausgerüstet und ganz alleine. Habe ich doch für mich entdeckt, dass in diesen Momenten ganz besondere Fotostrecken entstehen können.
Das Endergebnis ist zwar sehr häufig grau, entsättigt oder schwarzweiß, dennoch spiegelt es meine Sichtweise in diesen Momenten sehr gut wider. Dazu muss man wissen, dass eine Depression die Sicht auf die Welt und deren Farben deutlich verändert.
Sollte ich es beschreiben, würde ich sagen, es ist, als hätte die Welt ihre Farben verloren. Alles wirkt gedämpft, blass und weit entfernt – nicht nur emotional, sondern manchmal tatsächlich visuell. Wo früher Wärme, Tiefe oder Lebendigkeit war, scheint jetzt ein grauer Schleier über allem zu liegen. Farben sind noch da, aber sie erreichen einen nicht mehr richtig; sie wirken matt, kalt oder bedeutungslos. Selbst schöne Dinge verlieren ihren Glanz, als wäre die gesamte Wahrnehmung entsättigt. Kurzum, es fehlt an Leuchtkraft und Lebendigkeit.
Die aktuelle Fotostrecke ist übrigens in genau so einer Situation entstanden. Eigentlich wollte ich an diesem Tag nur ein neues Objektiv ausprobieren, doch schon nach den ersten Aufnahmen habe ich gemerkt, wie sich meine Stimmung auf die Motivsuche und Sichtweise auswirkte. Düster, ja, aber auch irgendwie positiv. Viele Bilder waren es am Ende des Tages nicht, dennoch erlaube ich mir an dieser Stelle, Euch diese Fotostrecke komplett ungefiltert zu präsentieren.
Einige Motive sind von mir sowohl in Schwarzweiß als auch in Farbe bearbeitet worden. Entscheidet einfach selber, was Euch besser gefällt. Ich bin schon sehr auf Eure Reaktionen gespannt.
Passt auf Euch auf und bis demnächst
Euer Maic
Equipment: Canon EOS R7 + Sigma Contemporary 18–50mm F2.8 DC DN

























[1] “Farblos” auf maicschulte.de
[2] Wenn wir traurig sind, erscheint uns die Welt grauer
