„Rotmilan (Milvus milvus)“

Mit seinem mar­kan­ten, tief gega­bel­ten Schwanz und der ele­gan­ten Flug­wei­se gehört der Rot­mi­lan ver­mut­lich zu den unver­wech­sel­bars­ten Greif­vö­geln Mit­tel­eu­ro­pas. Kaum ein ande­rer Vogel steht so sinn­bild­lich für die deut­sche Kul­tur­land­schaft – denn hier liegt ein Groß­teil seines Welt­be­stands. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich nun auch end­lich einmal ein Exem­plar dieser majes­tä­ti­schen Greif­vö­gel vor die Kamera bekom­men habe.

Aus­ge­wach­se­ne Rot­mi­la­ne können immer­hin bis zu 66 Zen­ti­me­ter groß werden und ihre Flü­gel­spann­wei­te erreicht dann auch gut und gerne 1,70 Meter. Das Gefie­der ist rost­rot bis rost­braun gefärbt, wel­ches von dunk­le­ren Strei­fen durch­zo­gen ist. Dage­gen ist der Kopf auf­fal­lend hell und kon­tras­tiert wun­der­schön mit dem rest­li­chen Körper.

Bei der Bestim­mung dieses Vogels hilft einem zusätz­lich der lange und tief gega­bel­te Schwanz, durch den sich der Milan auch im Flug deut­lich von ande­ren Greif­vö­geln, wie zum Bei­spiel dem Mäu­se­bus­sard, klar unterscheidet.

Rot­mi­la­ne bevor­zu­gen halb­of­fe­ne Land­schaf­ten: eine Mischung aus Wäl­dern, Fel­dern und Wiesen. Sie brüten meist in älte­ren Baum­be­stän­den am Rand von Wäl­dern und nutzen die angren­zen­den offe­nen Flä­chen zur Jagd. Deutsch­land trägt eine beson­de­re Ver­ant­wor­tung für diese Art, da schät­zungs­wei­se über die Hälfte der welt­wei­ten Popu­la­ti­on hier brütet – vor allem in Regio­nen wie Thü­rin­gen, Sach­sen-Anhalt und dem Weser-Bergland.

Leider gilt dieser wun­der­schö­ne Vogel in allen Teilen der Welt als gefähr­det, da sein Bestand stark auf Mit­tel­eu­ro­pa kon­zen­triert ist. Zu den größ­ten Bedro­hun­gen zählen Lebens­raum­ver­lust durch inten­si­ve Land­wirt­schaft, ille­ga­le Ver­gif­tung, Kol­li­sio­nen mit Wind­kraft­an­la­gen sowie Strom­schlag an unge­si­cher­ten Masten.

Von daher hoffe ich sehr, dass die Bemü­hun­gen der Natur­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen irgend­wann grei­fen und sich der Bestand auch in Zukunft sta­bi­li­siert. Denn kaum ein Greif­vo­gel ver­kör­pert die enge Ver­bin­dung zwi­schen Kul­tur­land­schaft und Wild­nis so sehr wie der Rot­mi­lan. Sein Anblick am Himmel – der cha­rak­te­ris­ti­sche Gabel­schwanz, das ruhige Krei­sen über Fel­dern – ist für viele Men­schen ein ver­trau­tes Bild des länd­li­chen Deutschlands.

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