Melancholie [melaŋkoˈliː]

Das Phä­no­men, dass die geschaf­fe­nen Werke je nach der gerade vor­han­de­nen Stim­mungs­la­ge aus­fal­len, kennt bestimmt jeder künst­le­risch tätige Mensch,  denn schließ­lich geht es mir als Foto­graf auch immer wieder so.

Wenn ich an einem son­ni­gen Tag mit guter Laune unter­wegs bin, dann ent­ste­hen auch garan­tiert Auf­nah­men, die dieses Gefühl und die Wärme des Tages widerspiegeln.

Beginnt der Tag jedoch schon trübe und ist die Grund­stim­mung eher melan­cho­lisch, dann ent­ste­hen halt auch dunk­le­re, mor­bi­de­re oder bedrü­cken­de­re Bilder als an den “Happy Days”.

Schon der berühm­te Künst­ler Albrecht Dürer muss solche Phasen gekannt haben, denn anders kann man sich die Ent­ste­hung von so Werken wie “Melan­cho­lia I” kaum erklä­ren.  Dieser 1514 geschaf­fe­ne Kup­fer­stich — mit seiner trau­ri­gen und nach­denk­li­chen Engels­dar­stel­lung — ist so beein­dru­ckend, dass er sogar über 300 Jahre später noch den Künst­ler Victor Hugo zu seinem epony­men Gedicht “Melan­cho­lia” inspi­riert hat.

Ich muss zuge­ben, dass ich bei meiner Foto-Tour weder an das Bild Dürers noch an das Gedicht von Hugo gedacht habe, aber die melan­cho­li­sche Stim­mung war auf jeden Fall die gleiche.

Nicht umsonst, spricht man ja im Zusam­men­hang mit der Melan­cho­lie auch von den “Moll­tö­nen der Seele” und genau so wie in der Musik, sind die fol­gen­den Bilder etwas wei­cher, ent­sät­tig­ter und farb­lo­ser als viel­leicht von Natur-Auf­nah­men her gewohnt.

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